
Kronen Zeitung
PFIFFE GEGEN DFB-STAR
Aufreger nach Sieg: „Ist für Deutschland unwürdig“
Matthias Sammer hat genug von der Kritik an Leroy Sané! Der BVB-Berater nimmt den Bayern-Star nach dem 2:1-Testspielsieg gegen Ghana in Schutz und spricht von einem „unwürdigen“ Umgang.
Vor dem Testspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Ghana äußerte sich der Ex-Teamspieler bei Sky deutlich zur aktuellen Diskussion rund um das DFB-Team. „In solchen Phasen – jetzt der März, dann wartet die WM – wird viel geredet, alles wird übertrieben dargestellt“, erklärte Sammer. „Sane kann etwas im Eins gegen eins, in der Geschwindigkeit, was er auch in den letzten Qualifikationsspielen gezeigt hat. Da hieß es: Sané 1000 Prozent. Jetzt sagen wir: Sané 0 Prozent.“
Sammer deutlich: „Das ist für Deutschland ein bisschen unwürdig.“
Vertrauen in den Bundestrainer
Sammer plädiert dafür, die Entscheidung über eine mögliche WM-Nominierung dem Bundestrainer zu überlassen. „Ja, das war vielleicht jetzt gerade nicht gut genug“, räumte er ein, betonte aber gleichzeitig, dass bis zur Nominierung noch Zeit bleibe, um sich zu steigern.
Pfiffe und Antwort auf dem Platz
Auch beim Testspiel in Stuttgart stand Sané im Fokus. Bei seiner Einwechslung in der 78. Minute wurde der Offensivspieler ausgepfiffen. Sportlich antwortete er prompt: Mit einer Vorlage für Deniz Undav trug er zum 2:1-Sieg bei. „Ich hoffe und bitte jeden Fan, dass, wenn Leroy oder ein anderer Spieler reinkommt, dass man da nicht buht“, sagte Undav nach Spiel in der ARD: „Egal, was ein Spieler macht oder wie er ist, man sollte hinter der Mannschaft stehen. Es ist wichtig, dass wir als Mannschaft mit den Fans eine Einheit werden.“
Noch deutlicher wurde DFB-Goalie Alexander Nübel. Er betitelte die Aktion der Fans als „absoluten Schwachsinn“.
Bundestrainer Julian Nagelsmann erinnerte: „Ich habe einmal was zu den Fans gesagt, da habe ich einen Shitstorm kassiert. Generell finde ich es nicht schön wenn unsere Spieler ausgepfiffen werden.“
Sein Appell an die Fans lautete: „Wenn die Spieler den Adler auf der Brust tragen, dann sollten wir sie so lange tragen, wie sie den Adler auf der Brust tragen. Wenn es irgendwann nicht mehr der Fall ist und auf Klubebene, dann finde ich es auch nicht schön, kann es aber verstehen. Bevor er die erste Aktion hatte, ihn auszupfeifen, finde ich nicht super fair.“
„Man sollte einem Bundestrainer vertrauen“
Die Debatte um einzelne Spieler sieht Sammer kritisch. „Ich kriege es mit, lese auch einiges, aber ich bin gerade amüsiert, welche Diskussionen wir führen über einzelne Personen.“
Sein abschließender Appell: „Man sollte einem Bundestrainer ein Stück weit vertrauen.“
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